Mittwoch, 13. April 2016
Neu auf DVD:
Der letzte Wolf
China 1967. Der Student Chen Zhen (Shaofeng Feng) wird in die innere Mongolei geschickt. Hier, im majestätisch sich erhebenden, grenzenlosen Grasland, soll er den Schäfern Lesen und Schreiben beibringen. Doch seine Leidenschaft gilt vom ersten Tag der archaischen Wildnis und dem von den Nomaden am meisten gefürchteten und am meisten verehrten Tier: dem Wolf. Allen Warnungen zum Trotz beobachtet Chen Zhen heimlich die stürmischen Raubzüge der Wolfsrudel. So wird er Zeuge von urgewaltigen Jagdszenen und ist tief bewegt von der Erhabenheit, die von dem erschreckend schönen und ebenso tödlichen Tier ausgeht. Als aus Peking der Befehl eintrifft, die Wölfe als Gefahr für Vieh und Mensch auszuschalten und alle Wolfsjungen zu töten, rettet Chen Zhen einen jungen Wolf und zieht ihn auf. Es entsteht eine tiefe Freundschaft zwischen dem jungen Mann und dem kleinen Tier, doch das Wolfsrudel vergisst nicht, was ihm genommen wurde. Während immer mehr Bauern in die Steppe drängen, haben sich die Wölfe ein neues Ziel gewählt: die Siedlungen der Menschen. In dem tiefen Abgrund zwischen Mensch und Natur steht bald nicht nur die Freundschaft zwischen Chen Zhen und dem wilden Tier, sondern auch das Leben des letzten Wolfs auf dem Spiel.



Erst einmal, die Tieraufnahmen (mit echten Wölfen) sind wirklich aufregend, und die weitschweifigen Landschaften einfach nur grossartig. Dazu sorgt die poetische Inszenierung von Regisseur Jean-Jacques Annaud ("Der Name der Rose") für eine überschwängliche Stimmung, unterstützt durch einen epischen Sound-Teppich. Die Geschichte von der versuchten Freundschaft zu einem immer noch wilden Tier ist dementsprechend auch auf den Punkt erzählt. Inhaltlich kann man sich darüber streiten, inwieweit die Eingriffe des Menschen nachvollziehbar sind, oder ob er sich einmal mehr als Barbar in der Natur erweist. Die literarische Vorlage zum Film ist in China zumindest ein absoluter Bestseller. Der Verfilmung über das Ungleichgewicht Mensch - Tier kann man seinen Erfolg auch nur gönnen.
Bewertung: 7,5/10 (Moviepilot Prognose 6)


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