Mittwoch, 16. Mai 2018
Neu auf DVD:
Beast of Burden - Der Kurier
Sean Haggerty (Daniel Radcliffe) ist ein Drogenkurier und er spielt ein doppeltes Spiel. An Bord der 'Cessna', die er fliegt, ist eine Ladung Kokain. Er wird den Stoff über die Grenze bringen und die DEA wird von ihm erfahren, wo er die Ladung übergibt. Wenn die Falle über dem Kartell zuschnappt, bekommen Sean und seine Frau eine neue Identität und Jen (Grace Gummer) die teure medizinische Behandlung, die ihr Leben rettet. Doch Seans Auftraggeber ändern ihren Plan und auch die DEA hat neue Ideen vom Ablauf der Aktion. Es wird eng für Seans Doppelspiel. Dann kommt eine Nachricht, die alles verändert: das Kartell hat Jen.



So ein Projekt nennt man wohl einen klassischen Low Budget Film. Die überwiegende Laufzeit sitzt Daniel Radcliffe ("Swiss Army Man") als Pilot in seiner Maschine, mit der er zu Drogen-Lieferungen genötigt wird, um seiner totkranke Frau zu helfen. Dabei spitzen sich die Ereignisse zu, was man allerdings einzig aus den Telefonaten an Bord heraushört. Erst zum Finale gönnt man sich einen näheren Bodenkontakt mit wilden Schiessereien. Das klingt inhaltlich erst einmal nach Ein-Mann-Filmen wie "No Turning Back", bei dem Tom Hardy sein Leben auf einer dramatischen Autofahrt retten muss. So etwas kann mit einem spannenden Drehbuch hervorragend funktionieren. Oder aber auch nicht! In diesem Fall will der Funke von erzählter Gefahr so gar nicht auf den Zuschauer überspringen und man fühlt sich eher gelangweilt wenn Daniel in luftiger (Studio-) Höhe am Telefon streitet. Das liegt nicht einmal unbedingt an ihn, sondern an einer monoton und immer wirreren Erzählweise. Sorry wenn ich es sage, aber da schaue ich doch lieber zum x-ten Mal die finalen Filme um Harry Potter.
Bewertung: 3/10 (Moviepilot Prognose 4)


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Donnerstag, 10. Mai 2018
Neu auf DVD:
Beach Rats
Sommer auf 'Coney Island': Der Teenager Frankie (Harris Dickinson) driftet durch sein Leben. Tagsüber hängt er mit seinen Freunden am Strand ab, geht trainieren und raucht Gras. Doch weder seine machohaften, latent aggressiven Kumpels noch Simone (Madeline Weinstein), mit der er eine Affäre beginnt, scheinen ihn wirklich zu interessieren. Der einzige Ort, an dem Frankie offen über seine Gefühle und sexuellen Wünsche sprechen kann, ist der anonyme Chatroom, in dem er nachts mit älteren schwulen Männern schreibt. Nach einigem Zögern beginnt er sich mit Leuten aus dem Netz zu treffen und wagt sich in die Cruising-Bereiche am Flußufer vor. Als seine Kumpels sein Geheimnis zu entdecken drohen, muss Frankie eine Entscheidung treffen ...



Was wurde der Film als schwuler Geheimtipp angepriesen und mit den provokanten Unterschichten-Teenie-Filmen von Larry Clark ("Bully") verglichen. Tatsächlich ist der nüchterne Erzählstil mit einem "Kids" vergleichbar. Erzählerisch hat der Film aber in dem Zusammenhang von allem zu wenig. Zu wenig Sex, zu wenig Crime, zu wenig Drama, und zu wenig "fatalen Konsequenzen", mit denen die Story enden sollte. In der Hinsicht hat die Inszenierung mit schöner Strand-Ästhetik das dramaturgische Potential doch sehr vernachlässigt. Trotz der inhaltlichen Schwächen lässt sich die unspektakuläre Coming-of-Age Geschichte aber durchaus als "poetisch realistisch" bezeichnen, die ihre Zielgruppe mit bodenständiger Lässigkeit erreichen kann.
Bewertung: 6/10


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Montag, 7. Mai 2018
Horror Trash:
Der Schrecken vom Amazonas (1954)
Ein amphibienartiges Wesen wird von Wissenschaftlern betäubt und gefangen genommen. Es verliebt sich in die Assistentin (Julie Adams) des wissenschaftlichen Leiters. Dem einsamen Wesen, einem fehlenden Glied in der Kette vom Amphibium zum Menschen, gelingt es zu entkommen und das Objekt seiner Zuneigung zu entführen. Der wissenschaftliche Leiter (Richard Carlson) setzt alles daran, die junge Frau zu retten und das geheimnisvolle Wesen zurück in die Tiefe zu verbannen...

Der Horror Streifen "Creature from the Black Lagoon" gehört längst zur Hollywood Popkultur. Mehrere Fortsetzungen und unzählige Referenzen belegen das. Vabei ist die Geschichte aus heutiger Sicht sehr einfach und trashig. Ein unbekanntes Wesen (halb Mensch, halb Meeresbewohner) wird entdeckt, zur Gefahr erklärt und letztlich dramatisch platt gemacht. Das erinnert nicht von ungefähr an den Genre-Klassiker "King Kong" (wie im Kommentar erzählt wird waren die Parallelen ursprünglich noch viel offensichtlicher). Das Setting ist allerdings der Amazonas, was die Möglichkeit zu aufwändigen Unterwasseraufnahmen bot, die sogar in 3D aufgenommen wurden. Insofern hat der Streifen schon seine Berechtigung. Das ändert allerdings nicht an den hanebüchenen und wenig originellen Inhalt. Mehr grotesk als gruselig.
Bewertung: 5/10 (Moviepilot Prognose 6,5)


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Sonntag, 6. Mai 2018
Deutscher Filmtrash:
Nur tote Zeugen schweigen (1962)
Der Hypnotiseur und Bauchredner Georg von Cramer (Massimo Serato) wird nach seiner abendlichen Vorstellung am Varieté ermordet in seiner Garderobe aufgefunden. Unter Verdacht gerät der als Bote tätige Chris Kronberger (Götz George), der wie jeden Abend eine Sendung Blumen abzugeben hatte. Da man ihn zuletzt aus von Cramers Garderobe rennen sah, wird er zum Hauptverdächtigen und befindet sich seitdem auf der Flucht vor Inspektor Kaufmann (Heinz Drache), der auch die Mitglieder des Varietés unter die Lupe nimmt. Aber es kommen ihm Zweifel an der Schuld des Verdächtigen, der mittlerweile ebenfalls gezwungen ist, in diesem Fall zu ermitteln. Bei den Befragungen durch den leitenden Kriminalkommissar (Werner Peters) kommt es am Ort des Verbrechens jedoch zu einem unglaublichen Hinweis durch von Cramers Kollegin Katharina (Margot Trooger). Sie behauptet nämlich, dass der wichtigste Zeuge in diesem Fall die Bauchrednerpuppe "Grog" sei, die während der Tat anwesend war und seit dem Mord spurlos verschwunden ist ...
http://www.italo-cinema.de/italo-cinema/item/nur-tote-zeugen-schweigen

Irgendwie hofft man ja immer noch auf kleine Filmjuwelen aus der schwarzweissen Vergangenheit des deutschen Kriminalfilms. Diese deutsch-spanisch-italienische Co-Produktion von 1962 gehört dann doch eher nicht dazu. Zwar klingt die Besetzung mit Heinz Drache ("Das Halstuch"), Götz George ("Schimanski") aber auch Werner Peters ("Der Greifer") und Margot Trooger ("Der Hexer") äusserst vielversprechend. Die Geschichte um einen Einbruch, einen Mord und eine verschwundene Puppe ist es aber ganz und gar nicht. Die Story ist selbst für die damaligen Verhältnisse mühevoll zusammengeschustert, ohne dass wirkliche Spannung aufkommen will. Als düsterer Pychothriller angedacht zieht sich der Plot durch die Unsinnigkeiten. Dabei ist diese Idee um die seltsame Bauchrednerpuppe als lebloser Zeuge des Verbrechens noch der geringste Unfug. Jegliche Ähnlichkeiten zu den Edgar Wallace Krimis, die auch das damalige Plakat suggerierte, sind zwar gewollt aber keinesfalls erreicht.
Bewertung: 3/10


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Mittwoch, 21. März 2018
Neu auf DVD:
Ein Weg - Auf den Spuren einer langen Beziehung
Ein kleiner beschaulicher Ort in Thüringen: Andreas Hallers (Mike Hoffmann) Tischlerwerkstatt läuft wieder gut und Martin Winter (Mathis Reinhardt) ist beruflich nicht mehr so viel unterwegs wie früher. Sohn Max (19) ist aus dem Haus. Endlich haben die beiden wieder mehr Zeit für sich und fahren im November an die Ostsee, wie sie es früher immer gemacht haben. Doch Martin ist unzufrieden: Das Wetter ist schlecht und er wäre doch lieber zu Hause geblieben. Andreas reißt sich die Kleider vom Leib und schmeißt sich in das kalte Meer. Voller Sorge versucht Martin, ihn zurückzuziehen und schluckt das salzige Wasser, als er stolpert. Zurück in ihrem Ferienhaus ist die Stimmung von den unterschiedlichen Erwartungen gestört. Eine behutsame Annäherung an die Spuren einer langen Beziehung ...



Der deutsche Film erzählt von einer Männerbeziehung mit Kind, und deren Aufs und Abs in nicht chronologischer Reihenfolge sondern mit einigen Zeitsprüngen. Das fühlt sich in seiner detailierten Darstellung durchaus wahrhaftig an, ist aber auch reichlich belanglos in Szene gesetzt. Die Dramen sind absehbar, werden aber viel zu undramatisch in Szene gesetzt. Natürlich merkt man der Inszenierung die Liebe für die kleinen Momente an. Schauspielerisch ist das auch fein auf den Punkt gebracht. Inhaltlich kann man aber einfach mehr erwarten als darstellungsverliebtes Autorenkino. Besonders unterhaltend ist das nämlich nicht.
Bewertung: 5/10


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